Hotel Roland Hauswerbetafel Pankow-Hotel
Wollankstraße 113

Kofferträger Das Hotel Adlon gab es in Pankow nicht,

Hotel Adlon Kofferaufkleber

aber Pankow hatte das Hotel Roland.

Die Wollankstraße war vor dem 2. Weltkrieg die Adresse für übernachtungswillige Pankow-Besucher, denn in dem eingeschossigen Haus Nummer 113 befand sich die einzige Übernachtungsmöglichkeit in Pankow. Die dazugehörige Gastwirtschaft wurde schon seit 1873 betrieben. Hieß sie am Anfang noch "Zum Wollank", was ja der Lage nach voll zutraf, so musste der Name auf Betreiben der damals einflussreichen Pankower Familie Wollank unbedingt geändert werden. Als neuer Name, der bis zur Zerstörung des Hauses im 2. Weltkrieg bestand, wurde "Zum Roland" gewählt. Auf alten Ansichtskarten um 1900 kann man, eingerahmt von üppigen Lindenbäumen, noch den alten Namen "Zum Wollank" erkennen.

Pankow-Hotel
Wollankstraße und Gastwirtschaft um 1900
Pankow-Hotel

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts machte der Besitzer Arthur Böttger nicht nur für sein Hotel und Restaurant "Zum Roland" Reklame, sondern er bot auch Vereinszimmer, Festsäle und elegante Sommer- und Winterkegelbahnen an. Man warb mit einer Stadtküche und schenkte Münchner Bürgerbräu aus. Auch die berühmte Berliner Weisse wurde im Restaurant angeboten. Wie auf Hinweisschildern zu erkennen ist, unterhielt die Niederlage der Weingroßhandlung von Paul Eggebrecht aus Berlin N eine Weinstube im Haus und die Tanzschule von Wilhelm Tietz war ebenfalls hier anzutreffen. Im Jahre 1919 wurde der Saal des "Roland" auch als Lichtspieltheater verwendet.
In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts warb der damalige Besitzer Heinrich Glaab mit einem großen Parkett-Festsaal sowie einer Likörstube. Dem Geschmack der "Goldenen Zwanziger" folgend, lud man jeden Sonntag zum Ball ein. Zum schon bekannten Münchner Bürgerbräu gab es jetzt auch Schultheiss-Biere. In den 30er Jahren hielt der bekannte Tanzlehrer Schmidt-Hutten im Saal Tanzstunden ab.
Heinrich Glaab führte sein Hotel bis zum "bitteren Ende", denn bei Bombenangriffen auf Pankow im 2. Weltkrieg wurde dieses Haus zerstört.
Zu DDR-Zeiten diente das Ruinengrundstück mit einer Baracke als Arbeitsstätte für verschiedene Gewerbetreibende. Seit 1997 ist das Grundstück mit einem Wohnhaus bebaut; jetzt aber bis zur Höhe der Nachbarhäuser.


Das Hotel in der Wollankstraße
Pankow
links die Wollankstraße ...
Pankow
... und rechts die Florastraße
Außenansichten des Hotels
Jeder Besitzer hatte sich seine Ansichtskarte drucken lassen.
Pankow-Hotel
Rudolph Sorgatz
gab der alten Gaststätte ein besseres Aussehen
und taufte sie in Hotel u. Restaurant "Zum Wollank"
Pankow-Hotel
Carl Müller
führte die Gastwirtschaft "Zum Roland" ab 1907.
Er kaufte auch das Grundstück.
Pankow-Hotel
Arthur Böttger
übernahm 1909 Hotel und Restaurant.
Pankow-Hotel
Heinrich Glaab,
ein ausgezeichneter Gastronom, erwarb es 1920.
Innenansichten des Hotels
Pankow-Hotel
Festsaal von Arthur Böttger
Pankow-Hotel
Parkettfestsaal von Heinrich Glaab
Pankow-Hotel
Likörstube von Heinrich Glaab
Pankow-Hotel
Gaststube von Heinrich Glaab


Pankower Vereinsleben im Haus Wollankstraße 113
Die Gastätte war eine beliebte Pankower Adresse.

Für viele Pankower Vereine
war der "Roland" das Vereinslokal, z.B.:

Pankower Liederquartett 1911
Pankower Hausfrauenverein
Orchesterverein Pankow


Pankow
Pankow
Einladung des Orchestervereins zu Pankow
zum Übungsabend im Vereinslokal 1913.


Werbung für das Hotel Roland
Pankow-Hotel
Zeitungswerbung der 20er Jahre
Pankow-Hotel
Werbung an einer Pankower Litfaßsäule
Für das Hotel Roland wurde kräftig geworben. An Pankows Litfaßsäulen klebten Einladungsplakate für sonntägliche Tanzveranstaltungen. Zu besonderen Anlässen, z.B. für das Frühlings-Fest, wurde mittels Sonderaufkleber geworben. Neben Life-Kapellen-Musik gab es auch Barbetrieb.


1995
Wollankstraße Nr. 113 - 1995 eine Baulücke


Pankow-heute
Wollankstraße mit Haus Nr. 113 - heute




Quellen:
"Große Stadt aus kleinen Steinen" - ein Beitrag zur Geschichte des 19. Berliner Verwaltungsbezirkes ( Pankow )
Heimatsammlung Manns, Pankow